Nachhaltigkeit verbindet: Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie ist neues EMC Mitglied

Seit April verstärkt das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) das Deutsch-Chilenische Netzwerk Eco Mining Concepts (EMC). Das Forschungsinstitut, das nun Teil des wissenschaftlichen Beirats ist, gehört zum Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf und damit zur größten Forschungsorganisation Deutschlands, der Helmholtz-Gemeinschaft.

Das knapp 150 Mann starke Institut beschäftigt sich mit der nachhaltigen Bereitstellung von mineralischen und metallhaltigen Rohstoffen. Die Entwicklung energie- und rohstoffeffizienter Technologien und Systeme geschieht hier entlang des gesamten Rohstoff-Wertschöpfungskreislaufs, umfasst also auch die Bereiche Remining und Recycling.

Nur eineinhalb Jahre nachdem das HIF 2011 als Bestandteil der nationalen Rohstoffstrategie der Bundesrepublik Deutschland etabliert worden war, wurde auch das Bergbaukompetenzzentrum der AHK Chile gegründet. „Das Bergbaukompetenzzentrum ermöglichte uns in den ersten Jahren mehrere erfolgreiche Kooperationen mit chilenischen Partnern. Jetzt wird diese Partnerschaft durch Eco Mining Concepts schließlich formalisiert und ausgebaut“, freut sich HIF-Direktor Jens Gutzmer und ergänzt: „Wir verstehen uns als einen Wegbereiter einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft und diese beginnt bekanntlich mit dem Bergbau. Hier ist Chile mit seiner Erfahrung im Großbergbau von Kupfer und seinen Nebenelementen, aber auch im Einsatz erneuerbarer Energietechnologien ein wichtiger Kooperationspartner“.

So war eines der ersten HIF-Projekte eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und von der chilenischen Industrie finanzierte Zusammenarbeit mit IM2, heute ein Teil von Codelco Tech. Ziel des Projekts war, das Ausbringen von Molybdän in Kupfererzen zu optimieren – und zwar ohne die Kupfergewinnung negativ zu beeinträchtigen. Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit der Flotation von Pyrit mit biobasierten Reagenzien. Es wird in Kooperation mit dem Chilenischen Advanced Mining Technology Center (AMTC) durchgeführt und vom BMBF und der Comisión Nacional de Investigación Científica y Tecnológica CONICYT finanziert. Beide Aspekte tragen zu einem nachhaltigen Bergbau bei: die optimalen Rohstoffgewinnung, als auch der Einsatz umweltverträglicherer Reagenzien.

Als Mitglied des Netzwerks Eco Mining Concepts setzt sich das HIF für die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen chilenischen und deutschen Firmen sowie akademischen Partnern ein. Mit der Entwicklung nachhaltiger Technologien von der Exploration bis zum Recycling einschließlich der Simulation von Prozessen kann das Institut einen wichtigen Beitrag für den chilenischen Bergbau leisten. Digitale Zwillinge beispielsweise erlauben es, Schwachstellen in der Metallproduktion zu identifizieren und mittels innovativer Technologien die Rohstoff- und Energieeffizienz zu erhöhen. Auch der Schwerpunkt Remining, also die Gewinnung von Roh- und die Immobilisierung von Schadstoffen aus Bergbauhalden, ist für Chile relevant, da hier beim Abbau von Porphyr Kupfererzen große Mengen Abraum entstehen. In dem vom HIF koordinierten Netzwerk rECOmine (https://www.recomine.net/en/) werden für solche Fälle neue Remining-Konzepte entwickelt. Diese haben die Nutzung disperser Rohstoffquellen in Kombination mit der Rehabilitation von Bergbau-Altlasten zum Ziel. Auch diese Thematik adressiert Eco Mining Concepts. Fortschritte, die durch Projekte in rECOmine erzielt werden, können in einem aktiven Bergbauland wie Chile gemeinsam weiterentwickelt und vermarktet werden.

Nachhatige Erkundung mit Drohnen © HZDR/Detlef Müller
3D-Model einer Halde. welches die unterschiedliche Verteilung der Konzentrationen von Sphalerit im Haldenkörper zeigt (links: © SAXONIAStandortentwicklung- und Verwaltungsgesellschaft mbH, 1967, rechts © HZDR)

NACHTRAG ZUM WEBINAR „Hydrogen@Mining: Best Practice Examples of Hydrogen Applications in Germany“

Am 18. August 2020 fand das Webinar Hydrogen@Mining: Best Practice Examples of Hydrogen Applications in Germany statt, welches von der AHK Chile in Zusammenarbeit mit Fraunhofer Chile organisiert wurde. Insgesamt haben sich über 500 Teilnehmer verbunden, um die best practice Anwendungen von grünem Wasserstoff aus Deutschland kennenzulernen und mehr über die Perspektiven für grünen Wasserstoff im chilenischen Bergbau zu erfahren.

Iris Wunderlich, Senior Project Manager Energy, Mining & Sustainability der AHK Chile, führte durch die einzelnen Programmpunkte, die jeweils ins Deutsche und Spanische simultan gedolmetscht wurden.

Die Bedeutung von grünem Wasserstoff in Chile und Deutschland

Dr. Christian Hellbach, deutscher Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Chile, betonte in seiner Begrüßungsrede das große Potenzial Chiles, sich mithilfe von grünem Wasserstoff als Vorreiter eines nachhaltigen Bergbaus in Lateinamerika zu positionieren. Außerdem zeigte er die strategischen Vorteile einer deutsch-chilenischen Zusammenarbeit zum Thema Wasserstoff auf, die auf komplementären Interessen beider Länder bauen.


Prof. Dr. Mario Ragwitz von der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG stellte anschließend die Wasserstoffstrategie Deutschlands und Europas vor. Darüber hinaus verdeutlichte er die previligierte Stellung Chiles für die Produktion von grünem Wasserstoff im weltweiten Vergleich und nannte wesentliche Komponenten für die erfolgreiche Einführung einer Wasserstoffwirtschaft in Chile.


Jeanette von Wolfersdorff, Mitglied des Kommitees zur Erarbeitung der Wasserstoffstrategie in Chile, appellierte zu einem Umdenken in der Wirtschaft im Kontext von Covid-19, wachsender Ungleichheit und des Klimawandels. Grüner Wasserstoff präsentiere in diesem Zusammenhang eine einzigartige Chance für Chile, um den Weg hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise zu beschreiten. Es sei wichtig, dass die Bergbauindustrie und Unternehmen im Allgemeinen ihre bedeutende Rolle als impulsgebende Akteure in diesem Prozess verstärkt wahrnehmen.

Best Practice H2-Anwendungen aus Deutschland

Johannes Brock, Sales Representative bei GP GOULE, präsentierte das Pilotprojekt “eFarm”, das bisher größte grüne Wasserstoff-Mobilitätsprojekt Deutschlands.

Simon Kroop, Fachingenieur Ressourceneffizienz, stellte das Projekt zur wasserstoffbasierten Stahlproduktion mit eigener Elektrolyseanlage in Salzgitter vor.

Ulf Gehrckens, Senior Vice President Corporte Energy & Climate Affairs, teilte seine Vision von grünem Wasserstoff im Kupferproduktionsprozess und nannte die derzeit mangelnde Wettbewerbsfähigkeit von grünem Wasserstoff als die größte Herausforderung für dessen Etablierung.



Die Veranstaltung schloss mit einem Diskussionspanel ab. Annika Schüttler, Project Leader Energy & Sustainability der AHK Chile, erörterte gemeinsam mit drei chilenischen Experten die Perspektiven für grünen Wasserstoff in Chile. Die Experten waren sich einig, dass die Bergbauindustrie von dem Gebrauch von H2 in ihren Prozessen profitieren würde und hierdurch eine wesentliche Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen bewirken könnte. Es wurde auf zwei Konsortien hingewiesen, die derzeit Pilotprojekte für den Einsatz von grünem Wasserstoff in Bergbau-LKWs entwickeln. Die chilenische Behörde für Wirtschaftsförderung (CORFO) unterstütze ihrerseits seit 2018 verstärkt die Wasserstoffindustrie in den Bereichen Innovation, Unternehmensförderung und Wettbewerbsfähigkeit, berichtete Andrea Mohr. Anschließend an Letzteres betonte José Galindo, CEO bei Alset, den Bedarf an einer staatlichen Förderstruktur, um die Nachfrage nach Wasserstoff zu stärken und hierdurch den Markt anzukurbeln. Andrés Guerrero, CEO des Bergbauunternehmens San Pedro, wies seinerseits auf die Relevanz eines Paradigmenwechsels hin und unterstrich die Rolle der Bergbauunternehmen und ihre Bereitschaft, Prozesse neu zu gestalten.

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DMT STINGS – Technologien für eine integrierte Überwachung von Tailings im Bergbau

Die Unterstützung eines nachhaltigen und umweltfreundlichen Abbaus von Rohstoffen ist eine Kernaktivität der DMT-Gruppe.
Ein Beispiel für einen aktuellen Entwicklungsschwerpunkt zur Nachhaltigkeitssteigerung und sich daraus entwickelnde Serviceleistung ist das Innovationsprojekt STINGS, ein von EIT Raw Materials gefördertes Vorhaben zur Entwicklung eines Monitoringsystems zur effektiven und kosteneffizienten Überwachung von Tailings im Bergbau. Eine Hauptregion für die Systementwicklung innerhalb des Projekts ist Südamerika mit lokalen Partnern und Testgebieten in Chile. Das Land wurde als globaler Spitzenreiter bei der Produktion von Kupfer und als Land mit den größten Reserven an Lithium, beides Kernkomponenten für die Elektrifizierung der Transportsysteme, und aufgrund der dort aktiven innovationsgetriebenen Bergbauunternehmen und Behörden sowie derzeit in Summe mehr als 700 vorhandenen Tailings, speziell ausgewählt.

STINGS hat sich zum Ziel gesetzt, die Sicherheit im Zusammenhang mit dem Betrieb der Tailings zu erhöhen und den involvierten Bergbaubetreibern, den Behörden, den Bürgern und allen Beteiligten eine erweiterte Überwachung zur Identifizierung von Betriebsauswirkungen und Umweltrisiken zu bieten. 

STINGS ermöglicht die Integration von verschiedensten Systemen für die Überwachung von Tailings, ob bodengebundene Sensorik, satellitengestützter Fernerkundung oder Modellrechnungen in einem gemeinsamen Datenmanagement- und Analysewerkzeug.

„Hauptziel des Projektes ist es, die anwendungsreifen Technologien für den Einsatz im Bergbau zu optimieren und zu einem marktreifen Service zusammenzuführen.“

Dr.-Ing. Karsten Zimmermann, Projektleiter STINGS.

Von besonderer Bedeutung ist hier die satellitengestütze Radarinterferometrie, um die an Tailings auftretende Oberflächendeformation zu erfassen und zu überwachen. Hierbei ist eine großflächige Überwachung ganzer Landesteile kostengünstig möglich, was insbesondere für die Überwachung der örtlich verteilten stillgelegen Tailings in Chile interessant ist. Darüber hinaus werden Methoden zur Identifizierung von Bodenfeuchteänderungen untersucht, die zur Detektion von Flüssigkeitsaustritten aus den Absetzbecken eingesetzt werden.

Die In-situ-Sensorentwicklung zur Erkennung von Bewegungen und Instabilitäten an den Absetzanlagen ist eine weitere Hauptaufgabe von STINGS. Hier liegt der Schwerpunkt innerhalb des Projekts auf der Entwicklung und Einbindung kostengünstiger Geräte mit autarker Stromversorgung und Kommunikationstechnologie zur automatisierten Sensordatenübertragung.

Projektpartner: DMT, EFTAS,  PUCV (Chile), OVIDIUS (Rumänien), TU Bergakademie Freiberg, Universität Stuttgart, GeoZS (Slowenien), LTU Business (Schweden)


Die DMT-Gruppe bietet in internationalem Umfeld unabhängige Dienstleistungen in den vier Hauptbereichen Exploration, Engineering, Consulting und Geotechnik an. Darüber hinaus stellt sie Lösungen für die industrielle Mess- und Prüftechnik mit den Schwerpunkten Rohstoffe, Sicherheit und Infrastruktur bereit.

Sie nutzt die Möglichkeiten der Digitalisierung, um Prozesse für Kunden zu verbessern, innovative Produkte und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. DMT ist Partner in der internationalen Forschung und Entwicklung und trägt so zum Fortschritt in der Technik bei.

Mit weitreichenden Services und Innovationsprojekten in den Bereichen der Rohstoffzertifizierung, Elektromobilität, Smart-Mining, Wassermanagement und zahlreichen Themen im Bereich der erneuerbaren Energien unterstützt die DMT auch umfassend die Ziele von Eco Mining Concepts in Chile. EMC ist für DMT eine wertvolle Plattform um in intensiven Austausch mit dem Chilenischen Bergbau- und Industriesektor zu treten und sich als Provider für effiziente und umweltfreundliche Industrie in Chile, einem Wachstumsmarkt zur Unterstützung zukunftsträchtige Technologien wie z.B. der Elektromobilität, einzubringen.



*Von Unternehmen eingereichte Beiträge liegen in deren alleiniger Verantwortung und spiegeln nicht unbedingt die Position der AHK Chile wider.

Virtuelles Forum Hydrogen @ Mining: Best Practice Examples of Hydrogen Applications in Germany

Die Deutsch-Chilenische Industrie- und Handelskammer und Fraunhofer Chile laden Sie zum virtuellen Forum Hydrogen @ Mining: Best Practice Examples of Hydrogen Applications in Germany ein. Die Veranstaltung findet am Dienstag, den 18. August 2020, in Form eines Webinars über die Plattform ZOOM statt.

Die Aktivität wird im Rahmen des Projekts Eco Mining Concepts organisiert, ein deutsch-chilenisches Netzwerk für nachhaltige Rohstoffgewinnung, welches vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird.

Die Veranstaltung wird in Deutsch und Spanisch simultan gedolmetscht.

FÜR DIE TEILNAHME AM WEBINAR REGISTRIEREN SIE SICH HIER




PROGRAMM

  • Es werden Best Practice Anwendungen von grünem Wasserstoff in Deutschland vorgestellt, die für den Bergbausektor von Relevanz sind.
  • Die Wasserstoffstrategien aus Deutschland und Europa werden präsentiert und Potenziale für eine Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Chile im Bereich Wasserstoff aufgezeigt.
  • Die Perspektiven für grünen Wasserstoff im chilenischen Bergbau werden gemeinsam mit chilenischen Experten diskutiert.
Programmentwurf
Begrüssungsworte und Einführung
Zeitangaben nach deutscher Zeitzone
15:00-15:05
Begrüßungsworte
Iris Wunderlich
Senior Project Manager Energy, Mining & Sustainability | CAMCHAL
15:05-15:15Begrüßungsworte
Dr. Christian Hellbach
Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Chile
15:15-15:30Wasserstoffstrategie Deutschland und Europa
Prof. Mario Ragwitz
Sprecher Fraunhofer-Wasserstoff-Netzwerk | Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG)
15:35-15:45Grüner Wasserstoff und seine Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung Chiles
Jeanette von Wolfersdorff
Mitglied des Beratungskomitees zur Erarbeitung der Nationalen Wasserstoffstrategie Chile
Best Practice Beispiele aus Deutschland
15:45-16:00Best practice aus dem Transport
Johannes Brock
Sales Representative | GP JOULE
16:05-16:20Best practice aus der Stahlindustrie
Simon Kroop
Fachingenieur Ressourceneffizienz | Salzgitter AG
16:25-16:40Vision grüner Wasserstoff im Kupferproduktionsprozess
Ulf Gehrckens
Senior Vice President | Corporate Energy & Climate Affairs
Aurubis AG
16:45-17:05Diskussionspanel mit chilenischen Experten
– Andrea Mohr | CORFO (chilenische Agentur für Wirtschaftsförderung)
– José Ignacio Galindo | Alset (Mobilitätslösungen auf Wasserstoffbasis)
– Andrés Guerrero Marco | Minera San Pedro (Bergbauunternehmen)
17:05Abschluss

PROJEKTE

Wasserstoffbasierte Stahlproduktion in Salzgitter

Die Salzgitter AG ist ein europaweit führender Stahl- und Technologiekonzern und zählt heutzutage zu den effizientesten Stahlherstellern weltweit. Gleichzeitig ist der Konzern Vorreiter in der wasserstoffbasierten Stahlproduktion. Bereits heute spielt Wasserstoff bei Glühprozessen eine qualitätssteigernde Rolle. Während dieser bisher noch geliefert wurde, soll der gesamte Wasserstoffbedarf zukünftig mittels einer 2,2 Megawatt-PEM-Elektrolyse von Siemens selbst erzeugt werden. Bei Volllast soll die Anlage bis zu 400 Nm³ grünen Wasserstoff produzieren. Der hierfür benötigte Strom wird aus sieben Windkraftanlagen mit einer Leistung von 30 MW gewonnen. Das Projekt stellt hiermit die Weichen für eine CO2-arme, klimafreundlichere Stahlherstellung. Die Elektrolyseanlage soll Ende 2020 in Betrieb gehen, eine Testanlage ist bereits im Einsatz.

„eFarm“ – Das größte grüne  H2- Mobilitätsprojekt in Deutschland

Mit dem Pilotprojekt “eFarm” hat GP JOULE in Schleswig Holstein das bisher größte grüne Wasserstoff-Mobilitätsprojekt Deutschlands ins Leben gerufen und eine Infrastruktur errichtet, die von der Erzeugung über die Verarbeitung bis zur Flottennutzung reicht. Das Projekt produziert und liefert 100 Prozent grünen Wasserstoff für die Mobilität und präsentiert einen Ansatz für regionale Sektorenkopplung. Das eFarm-Projekt umfasst:

  • Fünf Wasserstoffproduktionsstandorte (1,125 MW Gesamtleistung) an Windparks
  • Zwei Wasserstoff-Tankstellen
  • Zwei Brennstoffzellenbusse für den Linienbusverkehr
  • Dreißig Brennstoffzellen-PKWs

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Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) lädt zu Mining Technik-Tagen ein

Die Veranstaltung findet vom 7. bis 10. September 2020 in Form von Web-Sessions statt und richtet sich an technische Führungskräfte der VDMA-Mitgliedsunternehmen und ausgewählte Gäste. Ziel ist der Informationsaustausch über aktuelle technische Trends und Entwicklungen in folgenden Schwerpunktthemen:

  • Digitalisierung
  • Automatisierung
  • Funktionale Sicherheit
  • Batterie / alternative Antriebe

Die Veranstaltung wird auf Deutsch stattfinden.

Weitere Information und den Programmablauf finden Sie auf der Webiste des VDMA: https://www.vdma.org/en/kalender/-/event/view/58419

AHK Chile organisiert Informationsreise nach Deutschland, die sich mit der Implementierung von Technologien im Bergbau in der Post-Corona-Zeit befasst

Die Deutsch-Chilenische Industrie- und Handelskammer, AHK Chile, organisiert gemeinsam mit der AHK Peru, VDMA Mining und der EnergieAgentur.NRW, im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), eine Informationsreise nach Deutschland, die Unternehmensbesuche umfasst und einen Austausch mit deutschen Bergbauzulieferern ermöglicht, die bereits von der Implementierung innovativer Lösungen in den Bereichen Smart Mining und Industrie 4.0 profitieren.

Im Rahmen der Reise wird sich mit der Frage beschäftigt, wie sich die Bergbauindustrie an die Zeit nach Covid-19 anpasst. Sie richtet sich an chilenische und peruanische Branchenführer, die mehr über die aktuelle Situation des Sektors in Deutschland nach der Pandemie erfahren möchten und darüber, wie die Technologie 4.0 der Schlüssel zur Reaktivierung war.

Die Delegation wird vom 15. bis 20. November 2020 stattfinden und soll eine der ersten, von der binationalen Kammer organisierten, physisch durchgeführten Delegationen seit der weltweiten Ausbreitung von Covid-19 werden.

Die Reise impliziert einen Besuch in Nordrhein-Westfalen, der wichtigsten Bergbauregion Deutschlands; Treffen mit Unternehmen, die heutzutage zu Pionieren in diesem Sektor zählen; Begutachtung der Vorteile von Smart Mining-Technologien vor Ort und Kontakte mit Unternehmen, die bereits Automatisierungs- und Industrie 4.0-Lösungen im Einsatz haben.

Ein wichtiger Aspekt der Reise werden zudem Networking-Möglichkeiten sein, die unter anderem auf dem jährlichen Branchentreff des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V., VDMA Bergbau, geschaffen werden. Im Rahmen des Treffens wird es Vernetzungsmöglichkeiten zu rund 145 Bergbauzulieferern geben.

Für den Fall, dass die aktuelle Situation und die Auswirkungen der globalen Corona-Krise eine physische Durchführung der Reise nicht zulassen, wird die Veranstaltung virtuell durchgeführt.

Für weitere Informationen wenden Sie sich gerne an:

Christoph Meyer
Project Manager Energy, Mining & Sustainability | CAMCHAL
(+56) 9 9282 6311
cmeyer@camchal.cl


EXPONOR 2021 – Internationale Messe für Technologien und Innovationen für die Bergbau- und Energieindustrie

Die Deutsch-Chilenische Industrie- und Handelskammer, AHK Chile, und das Kompetenzzentrum für Bergbau und mineralische Rohstoffe laden gemeinsam zum deutschen Gemeinschaftsstand auf der EXPONOR 2021 ein.

Vom 21. bis 24. Juni 2021 treffen sich erneut die wichtigsten Bergbauunternehmen und Zulieferer des Rohstoff- und Energiesektors aus Chile und der Welt auf der Exponor, der internationalen Messe für Technologien und Innovationen für die Bergbau- und Energieindustrie.

Darüber hinaus wird Deutschland bei der Exponor 2021 offizielles Gastland sein und damit seine Rolle als strategischer Partner Chiles im Rohstoff- und Energiesektors weiter konsolidieren und ausbauen.

Die internationale Messe für Bergbau, EXPONOR 2021, findet vom 21. bis 24. Juni 2021 in Antofagasta, der wichtigsten Bergbauregion Chiles, statt. Zu der Messe werden mehr als 1.000 Aussteller aus 30 Ländern erwartet, darunter hauptsächlich Zulieferer- und Dienstleistungsunternehmen für die Bergbauindustrie. Die Messeveranstalter rechnen mit 40.000 Besuchern – Geschäftsführer, Führungskräfte und Betreiber von Bergbauunternehmen und Zuliefererbetrieben sowie Hochschullehrer und Studenten von technischen Universitäten.

Werden Sie als Aussteller des Deutschen Gemeinschaftsstands Teil einer der bedeutendsten Bergbaumessen Chiles und profitieren Sie von den verschiedenen Serviceleistungen, die Ihnen die AHK Chile bietet.

Erfahren Sie über unsere Homepage mehr über die verschiedenen Optionen und Bedingungen zur Teilnahme: https://www.expoalemania.cl/de/startseite/  


Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:

Sara Borst
Junior Project Manager Energy, Mining & Sustainability | AHK Chile
(+56) 9 6156 9995
sborst@camchal.cl

Diplom EUREM – Weiterbildung für einen nachhaltigen Bergbau

Die Auswirkungen des globalen Klimawandels haben den Anstoß gegeben, das traditionelle Entwicklungsmodell durch ein umweltfreundliches, nachhaltiges Modell zu ersetzen. In diesem Kontext muss sich der Bergbausektor neu erfinden, um den globalen Anforderungen gerecht zu werden. Der Bruch mit traditionellen Abbauverfahren und Produktionsprozessen ist eine Bemühung, die viele Herausforderungen aber auch Chancen für den Bergbau mit sich bringt. Um auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Bergbau voranzukommen, sind Themen wie die verstärkte Nutzung sauberer Energie und die effiziente Nutzung von Energie- und Wasserressourcen  von entscheidender Bedeutung.

All diese Aspekte erfordern eine strategische Umsetzung in der Bergbauindustrie, damit diese gestärkt werden kann und wirtschaftliche, soziale und ökologische Vorteile aus der Umstellung hervorgehen. Die Veränderungen benötigen Mut zu Innovation und leidenschaftliche Akteure, die die Prozesse, Technologien und Produkte optimieren.

Mit diesem Ziel vor Augen lehrt die Deutsch-Chilenische Industrie- und Handelskammer (AHK Chile) seit neun Jahren das von deutschen Ingenieuren entworfene European Energy Manager (EUREM)-Diplom, welches sowohl in Europa als auch im Mercosur zertifiziert ist und von der chilenischen Agentur für Energienachhaltigkeit (Agencia de Sostenibilidad Energética) national anerkannt worden ist. Das Programm ermöglicht es Fachleuten aus den verschiedensten Bereichen, sich das notwendige Wissen anzueignen, um ein kompetenter Partner in den Bereichen Energiemanagement und erneuerbare Energien zu sein. Bis heute wurden fast 5.000 Fachleute in 26 Ländern ausgebildet und zertifiziert, darunter 100 chilenische Fachleute aus dem Management- und Betriebsbereich privater Unternehmen und öffentlicher Einrichtungen.

Die 10. Runde des EUREM, die Mitte August beginnt, wird zum ersten Mal in Zusammenarbeit mit einer Universität durchgeführt: Die Universidad del Desarrollo – UDD ist eine Partnerschaft mit der AHK Chile eingegangen, um dem Diplom ein Universitätssiegel zu verleihen. „Unter dem Slogan ‚Engineering with the Company‘ führen wir mehrere Kooperationsinitiativen durch, und eine davon ist das EUREM-Diplom. Wir wollen Fachleute besser darauf vorbereiten, das Konzept der Energieeffizienz in nationalen Unternehmen anzuwenden. Die Idee besteht darin, die theoretische Lehre auf reale nachhaltige Managementprojekte auszuweiten und es damit zu ermöglichen, die Schlüsselpunkte für die Verbesserung der Energieeffizienz in allen Prozessen, Anlagen und Gebäuden eines Unternehmens zu identifizieren“, erklärt Fernando Rojas, Dekan für Ingenieurwesen an der UDD.

„Effizienz und Optimierung der Ressourcen sind der Schlüssel in jeder Institution, besonders in komplexen und unsicheren Zeiten“, betont Lorena Olivares, Bereichsleiterin im Aus- und Weiterbildungsbereich der AHK Chile. „Wir freuen uns sehr, dieses ausgezeichnete Diplom jetzt in Kooperation mit der UDD umsetzen zu können und damit den Anwendungsbereich von EUREM zu erweitern durch eine 360°-Sicht auf das Energiemanagement, die alle Bereiche der Industrie abdeckt, vom Elektrizitätsmarkt, Bauwesen, Management bis hin zur Nutzung erneuerbarer Energien“.

Um dem Ziel einer nachhaltigen Rohstoffgewinnung näher zu kommen, spielt die Frage der Aus- und Weiterbildung eine wichtige Rolle. Programme wie EUREM sind ein bedeutender Beitrag zur Vorbereitung künftiger Manager, da sie die vielfältigen Möglichkeiten vermitteln, energieeffiziente Projekte zu realisieren und gleichzeitig die Produktionskosten zu senken.

Für weitere Informationen zum EUREM-Diplom wenden Sie sich gerne an:

Lorena Olivares
Gerente Capacitación y Formación Técnica
(+56) 9 9195 4940
lolivares@camchal.cl

Kreislaufwirtschaft im Bergbau

Verändert die Gesellschaft, das Verbraucherverhalten, die Paradigmen und die Geschäftsmodelle.

Die Anzahl der Menschen auf dem Planeten und ihre Bedürfnisse nehmen immer weiter zu: Lebten im Jahr 1990 noch 5,3 Milliarden Menschen auf unserem Planeten, so wird für das Jahr 2030 eine Zahl von über 8,5 Milliarden vorausgesagt. Im Jahr 2030 werden es voraussichtlich sogar über 11,2 Milliarden Bewohner weltweit sein (laut einem UN-Bericht aus dem Jahr 2019), ein Zuwachs, der viele Herausforderungen für uns alle und insbesondere für unseren Planeten mit sich bringt. In gewisser Weise folgen wir nach wie vor einem Wachstumsparadigma, in welchem der Großteil der weltweiten Wirtschaftssysteme nach ewigem Wachstum strebt und dem Dilemma begrenzter natürlicher Ressourcen gegenübersteht.

Die Herausforderung der Menschheit besteht darin, ein Gleichgewicht zwischen dem Bedarf an unendlichem Wachstum in einer Welt aus endlichen Ressourcen herzustellen. Dies ist das Paradox der Nachhaltigkeit.

Für das Jahr 2050 wird eine weltweite Bevölkerungszahl von 9,5 Milliarden vorausgesagt – fast das Doppelte der heutigen Zahl – und dieses Wachstum der Weltbevölkerung wird mindestens dreimal so viele Produkte und Dienstleistungen wie heute erfordern: Wohnraum, Transport, Energie, Lebensmittel, Wasser und andere Grundbedürfnisse und Erzeugnisse, die für uns heutzutage zu einer „guten Lebensweise“ dazugehören. Der Bedarf an diesen Gütern wirkt sich auf die Nachfrage nach Rohstoffen auf dem Markt aus. Rohstoffe, die begrenzt sind und nicht, wie man vor zwanzig Jahren noch dachte, unendlich zur Verfügung stehen. Hinzu kommt der erhebliche Preisanstieg. Wir befinden uns nicht mehr im 20. Jahrhundert und zu Zeiten der industriellen Revolution, als die Wiederverwendung von Materialien keine Priorität darstellte und die größten Gewinne aus dem Einsatz von mehr Ressourcen (hautsächlich Energie) zur Senkung der Arbeitskosten erzielt wurden.

„Für das Jahr 2050 wird eine weltweite Bevölkerungszahl von 9,5 Milliarden vorausgesagt – fast das Doppelte der heutigen Zahl – und dieses Wachstum der Weltbevölkerung wird mindestens dreimal so viele Produkte und Dienstleistungen wie heute erfordern.“

Dem Weltwirtschaftsforum zufolge sind die Rohstoffpreise erheblich gestiegen. In dem Zeitraum von 2002 bis 2010 wird ein Preisanstieg von 150% vernommen. Der gleiche Bericht zeigt auf, dass beispielsweise für das Unternehmen B&Q/Kingfisher – Hersteller von Bohrmaschinen – die Rohstoffkosten im Durchschnitt um 59% gestiegen sind.  Dasselbe gilt für globale Unternehmen wie Renault und Ricoh, die sich dazu gezwungen sahen, ihre Kosten durch geschlossene Produktionskreisläufe besser zu kontrollieren. Heutzutage befassen sie sich auch mit der Verwendung ihrer Produkte am Ende ihrer Lebensdauer sowie der Rückgewinnung eines Großteils der darin verarbeiteten Rohstoffe. Recycling- und Rückgewinnungsprozesse gehen direkt in die Entwicklung neuer Produkte über.

Unternehmen, die einst wichtige Abnehmer von Rohstoffen aus dem Bergbau waren, haben ihren Fokus mittlerweile geändert: Sie haben erkannt, dass sie durch eine Produktentwicklung, die den gesamten Lebenszyklus berücksichtigt – angefangen bei der Gewinnung über die Produktion und Vermarktung bis hin zum Gebrauch und Ende der Lebensdauer der Produkte – den Kauf von Rohstoffen reduzieren und so ihre Rentabilität steigern können. Diese Umstellung auf ein Geschäftsmodell im Sinne der Kreislaufwirtschaft wirkt sich wiederum erheblich auf das Bergbaugeschäft und den Handel mit reinen Rohstoffen aus.

An das Vorherige anknüpfend sei eine weitere Dimension genannt: Professor James Clark der Universität York in England hat das Periodensystem sorgfältig überprüft, um Verwendung und Vorkommen der Elemente auf unserem Planeten zu verstehen. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Druck zur Verwendung von Neumaterial aufgrund der Durchlässigkeit beim Recycling in der Industrie im Allgemeinen anhalten wird. Die Rohstoffe gehen allerdings aus und Clarks Prognosen zufolge, könnten Elemente wie Gold, Silber, Indium, Kupfer, Iridium Wolfram und viele andere für die Industrie überlebenswichtige Elemente innerhalb der nächsten fünf bis fünfzig Jahre ausgeschöpft sein.

Insbesondere die Auswirkungen auf Chile sind gewaltig. Es wird vorausgesagt, dass dem Kupfer nur noch 75 bis 100 Jahre bleiben, wenn wir unsere Handlungsweisen nicht ändern und den Fokus weiterhin auf die Produktion legen, anstatt sich mit Themen wie der Vermeidung von Abfall, Wiedergewinnung von Rohstoffen und Fragen zu Gebrauch, Verteilung und Wiederverwendung der Produkte zu beschäftigen.

Elemente wie Gold, Silber, Indium, Kupfer, Iridium Wolfram und viele andere für die Industrie überlebenswichtige Elemente könnten innerhalb der nächsten fünf bis fünfzig Jahre ausgeschöpft sein“ (Professor James Clark U der Univ. York).

Als Ergebnis all dessen sind die Rohstoffpreise erheblich gestiegen, die Gewinnspannen haben sich verringert, die Gewinnungs- und Produktionskosten sind fast so hoch wie der Verkaufspreis einiger Metalle. Hinzu kommt die Arbeit in sozialen Konfliktpunkten, wodurch die Kontinuität von Projekten gefährdet ist, und als ob dies nicht schon genug wäre, hinterlässt auch der Klimawandel seine Spuren: Der Wassermangel ist erheblich. Der Bergbau verbraucht bekannter Weise viel Wasser, ohne welches Metall in der traditionellen Art und Weise nicht gewonnen werden kann.

Trotz Gegenwind beginnt die Bergbauindustrie zu reagieren. Dabei war es nicht einfach, aus dem Modell der reinen Extraktion herauszukommen, denn es erfordert ein erhebliches Maß an Mut zu Innovation, neuen Methoden und Vorgehensweisen. Viele haben sich dem Recycling von auf den Markt gebrachten Materialien zugewandt. „Das Internationale Büro für Recycling prognostizierte das Wachstum des Metallrecyclingmarktes – hauptsächlich in der Stahlrückgewinnung – auf 277 Milliarden US-Dollar im Jahr 2015 und 406 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020. Die Zahlen wurden trotz der schwierigen Zeiten, die wir derzeit durchleben, übertroffen. Mit einem Wachstum von fast 8% pro Jahr ergibt sich für Aluminium und Kupfer ein ähnliches Bild und bei Edelmetallen sind diese Raten noch höher“ (laut Rachael Bartels und Harrry Morrison von Accenture).

Die Bergbauindustrie muss verstehen, dass die zirkulären Geschäftsmodelle, die von allen anderen Industriezweigen weltweit rasch übernommen werden, zu einem erheblichen Rückgang des Rohstoffbedarfs führen werden. Im Automobilsektor beispielsweise bedeutet eine zirkuläre Strategie wie die Bildung von Fahrgemeinschaften, dass es bis 2035 25% weniger Personenkraftwagen geben könnte, was das Wachstum und die historische Projektion der Automobilindustrie und damit den Rohstoffbedarf erschüttern würde. Industriezweige wie die Marineindustrie in Peru, die bereits heute 95% ihrer Teile für die Herstellung neuer Produkte wiederverwenden, haben eine Art Produktpass für die einzelnen Produktteile eingeführt, um deren Rückverfolgung und Rückgewinnung zu ermöglichen.

Obwohl das Thema Kreislaufwirtschaft bei dem Bergbau zu Kopfschmerzen führen kann, ist es gleichzeitig eine Gelegenheit, Geschäfts- und Verkaufsmodelle zu überdenken. Die Rückverfolgbarkeit der Materialien ist eine interessante Option, die es zu überdenken wert ist. Weiterhin im Besitz des Materials zu sein, es zurückzugewinnen und wieder einzugliedern, die Modelle und Verkaufsstrategien zu ändern, Prozesse zu überprüfen, Materiallecks zu identifizieren, Abfälle wieder umzuwandeln oder in die Produktionskette der eigenen oder einer anderen Branche einzugliedern, den Verbrauch von Ressourcen, Energie, Wasser sowie den Kohlenstoffausstoß und den ökologischen Fußabdruck im Allgemeinen permanent zu messen – das alles ist Teil eines Modells der Kreislaufwirtschaft und einer neuen Art des Wirtschaftens, bei der die Senkung der Kosten heutzutage die beste Alternative ist, um in komplexen Zeiten höhere Gewinne zu erzielen.

Bei der Pipartner Group unterstützen wir Unternehmen dabei, ihr Geschäft auf eine neue Weise zu betrachten und Möglichkeiten zur Wiederverwendung von Materialien im Lebenszyklus ihrer Produkte zu identifizieren, die heutzutage „weggeworfen“ werden und wieder zu Rohstoffen werden können. Wir helfen Unternehmen dabei, den Grad ihrer Zirkularität zu verstehen. Wir haben eine eigene Methodik entwickelt, die auf der Branchenentwicklungsanalyse von Gartner basiert, um die zirkulären Lücken zu identifizieren und eine strategische Roadmap zu definieren, die es den Unternehmen ermöglicht, sich angemessen auf ein zirkuläres Modell umzustellen. Außerdem haben wir ein Werkzeug unter dem Namen CANVAS CIRCULAR PIPARNTER (www.desafiocircular.cl) entwickelt, um zirkuläre Geschäftsmodelle zu erarbeiten. Basierend auf Osterwalders Geschäftsmodell haben wir 4 Dashboards entwickelt, die es Unternehmen ermöglichen, zirkuläre Geschäftsmöglichkeiten zu entdecken, die das Geschäft noch profitabler machen können.

Humberto Salinas
Pipartner Group
hsalinas@pipartnergroup.com
*übersetzt aus dem Spanischen vom Team Eco Mining Concepts

*Von Unternehmen eingereichte Beiträge liegen in deren alleiniger Verantwortung und spiegeln nicht unbedingt die Position der AHK Chile wider.

Neue Wege für einen grünen Bergbau: Das Konzept des Circular Engineering

Das Konzept der Kreislaufwirtschaft wird immer wichtiger, auch im Bergbau. Um diesen Sektor erfolgreich für die Zukunft zu wappnen, ist es entscheidend, die Perspektiven zu ändern, Innovation zu fördern und neue Wege zu beschreiten.


Seit Kurzem begrüßen wir im EMC-Netzwerk ein neues Mitglied, welches Experte auf genau diesem Gebiet ist: VDB®-Ingeniería Circular. Unser neues Mitglied verfügt über Spezialisten für die Planung und den Entwurf nachhaltiger Strukturen auf der Grundlage erneuerbarer vorgefertigter Materialien. Wie der Name des Unternehmens bereits andeutet, wenden sie bei ihren Aktivitäten ein bestimmtes technisches Konzept an, das zu dem passt, was wir als „Kreislaufwirtschaft“ kennen. Wir, das Team von Eco Mining Concepts, wollten im Interview mit Maarten van den Berg, Partner/Geschäftsführer des VDB-Ingeniería Circular erfahren, was genau hinter diesem innovativem Konzept steht.

Maarten van den Berg, Partner/Geschäftsführer VDB Ingeniería Circular

[Eco Mining Concepts]: Ihr Unternehmen bietet ein Angebot nach dem Konzept „Circular Engineering“ an, das in einem ersten Schritt mit „Reverse Engineering“ beginnt. Was ist das Besondere an diesem innovativen Konzept?

[VDB®-Ingeniería Circular]: Kunden aus dem Bergbau- und Energiesektor fordern von uns die Lieferung nachhaltiger Strukturen. Dies wird erreicht, indem man die Abstufungen und Ideen der Kreislaufwirtschaft kennt, die Aspekte wie die Wiederverwendung beim Recycling beinhalten. Wir definieren unsere Gestaltungskriterien anhand von¨Inverse Engineering¨. Beginnend mit der Recycling-Phase, dann Wiederverwendung, Konstruktion, bis hin zum Transport und zur Produktion sammeln wir alle Daten, die es uns ermöglichen, die Entwurfskriterien für ein Bauwerk mit mehr als einem Verwendungszweck zu haben. Die Entwurfskriterien sind in strukturelle und funktionelle Kriterien unterteilt, die verschiedene Nutzungen der vorgefertigten Erneuerbaren ermöglichen. Strukturen, die an einem Standort aufgebaut, dann wieder abgebaut und zum nächsten Projekt gebracht werden können. Das Ergebnis: Vorgefertigte Renovierungsmaterialien reduzieren den Abfall für die Kunden. (www.vdbingenieriacircular.cl)

[Eco Mining Concepts]: Heute gibt es zunehmend Ansätze, Überreste des Bergbaus nicht mehr als Abfallprodukte, sondern als Potenzial für eine neue Wertschöpfung zu sehen, wie z.B. im Fall von Tailings oder der abgenutzten Reifen von Bergbautrucks. Hier entstehen immer mehr innovative Lösungen. Ihr Unternehmen fokussiert sich auf vorgefertigte Betonelemente für eine Mehrfachverwendung. Warum sehen Sie genau hier eine Möglichkeit für einen nachhaltigeren Bergbau?

[VDB®-Ingeniería Circular]: Die Anwendung von vorgefertigten, wiederverwendbaren Betonelementen ermöglicht es, die bei Industrieanlagen im Bergbau entstehenden Abfälle zu reduzieren. Wenn ein Projekt beispielsweise Flächen mit Bürgersteigen oder Heizkörpern in Lagerhallen benötigt, sollten deshalb vorgefertigte Industrieplatten verwendet werden, die eine verlegbare, wiederverwendbare Lösung ermöglichen. Die Platten eines Busparkplatzes werden dann z.B. in eine temporäre Zufahrtsstraße umgewandelt. Mit der Vorfertigung von Bauwerken leisten wir einen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit im Bergbau. Ein nachhaltiger Bergbau ist möglich, und der Wechsel zu vorgefertigten wiederverwendbaren Elementen ist ein wichtiger technischer Aspekt auf diesem Weg.

Vorgefertigte Betonelemente, bereit für eine zweite Verwendung

[Eco Mining Concepts]: Sie verfügen bei der Anwendung von vorgefertigten Materialien in der Bergbauindustrieüber mehr als 30 Jahre Erfahrung im Bauwesen in Europa, dem Nahen Osten und Südamerika. Was waren Ihre wichtigsten Errungenschaften? Gibt es hier ein emblematisches Projekt im Bergbausektor?

[VDB®-Ingeniería Circular]: Bei einem Projekt mit vorgefertigtem, wiederverwendbaren Betonelementen in einem Kohlebergwerk in der Nähe von Berlin in den 1990er Jahren war eine Erweiterung mit Stützkonstruktionen (vertikale Wand) für den Materialaustrag in einen neuen Trichter dringend erforderlich. Die Spezialformen für das Projekt waren in Amsterdam installiert und ermöglichten es, alle Teile innerhalb weniger Wochen per Straßentransport an den Standort in Ostdeutschland zu liefern. In Chile haben die Bergbauwerke von den vorgefertigten Elementen dahingegen profitiert, dass in indsutriellen Gebieten unter optimalen Bedingungen für die Kontinuität der Prozesse produziert werden konnte, so dass später auf der Baustelle nur noch spezialisiertes Personal für die Montierung benötigt wurde. Dies bedeutet weniger Menschen vor Ort und eine höhere Ausführungsgeschwindigkeit. In der mittelgroßen und großen Bergbauindustrie, sowohl im staatlichen als auch im privaten Bereich, wurde beschlossen, Lösungen mit vorgefertigten Elementen zu bevorzugen.

[Eco Mining Concepts]: Kürzlich hat das Umweltministerium zusammen mit dem Wirtschaftsministerium, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft CORFO und der Agentur für Nachhaltigkeit und Klimawandel (ASCC) Sie als gesetzlichen Vertreter der VDB Ingeniería Circular eingeladen, an einem technischen Arbeitstisch zum Thema Ökodesign für die erste Roadmap Economía Circular 2020-2040 für Chile teilzunehmen. Was wird der Schwerpunkt bei dieser Sitzung sein?

[VDB®-Ingeniería Circular]: In dieser Arbeitsgruppe haben wir den Schwerpunkt auf die Generierung von Inputs für den Prozess der Entwicklung der Roadmap gelegt, die sich darauf beziehen, wie neue Designprozesse durchsichtig und mit praktischen Informationen für ein besseres Verständnis von Verbesserungen ausgestattet werden können. Ziel ist, dass 65% dessen, was wir produzieren, durch Design wiederverwertbar ist und für eine weitere Verwendung recycelt wird. Wir müssen die Integration von Umweltaspekten in das Design und die Entwicklung von Produkten, Aktivitäten und Dienstleistungen fördern. Nur so erreichen wir das Ziel, negative Umweltauswirkungen während des gesamten Lebenszyklus zu verringern.

[Eco Mining Concepts]: Was ist nötig, um den Bergbausektor für die Möglichkeiten und Vorteile des Circular Engineering zu sensibilisieren, und wie kann das Projekt Eco Mining Concepts dabei helfen?

[VDB®-Ingeniería Circular]: Eco Mining Concepts ist ein wichtiges Netzwerk von Fachleuten mit Unternehmen in Chile und Deutschland, die zusammen Circular Engineering in alle Bauarbeiten im Bergbau einbeziehen können. Wir stärken in diesem Netzwerk der AHK Chile das Entstehen einer „kritischen Masse“, so dass die Bergbauunternehmen auf ihrem Weg hin zu nachhaltigen Strukturen begleitet werden können, welche nach ihrem ersten Verwendungszweck weitere Anwendung in einem zweiten Lebenszyklus finden. Stahlbeton ist ein edles Produkt, das zu 100% recycelt werden kann. Mit Circular Engineering und dem Netzwerk Eco Mining Concepts wird die Innovation auf der Ebene des Circular Design gefördert, um die wichtigsten Akteure des Bergbaus in Chile und Deutschland zusammenzubringen. Die Fähigkeit, professionelle Verbindungen und Kommunikationsplattformen zu schaffen, ist beim Team von Eco Mining Concepts in guten Händen, um so auch VDB® Ingeniería Circular auf die Bedürfnisse und Herausforderungen des Bergbaus in Chile vorzubereiten.