INVITATION Webinar ”Communicating responsible practice in mineral supply chains“



Participate in the Webinar

Communicating responsible practice in mineral supply chains: sustainability standards and technological solutions

This webinar will discuss sustainability standards, company initiatives and technology solutions in the light of increasing requirements to communicate responsible practice in the extractive sector in the mineral supply chain to downstream companies, investors and relevant stakeholders.

Insights will be provided on current expectations on information about responsible management practices in the extractive sector as well as different tools and strategies, including technological solutions, to address these.

Questions to be discussed during this webinar include:

  • With a multitude of standards and initiatives and increasing expectations of downstream industry and investors in recent years to demonstrate responsible practice, which approaches can miners and buyers choose to enhance communication on responsible practice effectively?
  • What are the main bottlenecks that still need to be addressed for the broad-based adoption of technologies to demonstrate due diligence in mineral supply chains?
  • What is the incentive for a mining company to be a first mover in this space?
  • How can the Andean region benefit from this trend of more transparency on environmental, social and governance issues in mineral supply chains?


Date: Thursday, 12th November
Time in Germany: 15:30 – 17:00

* The event will have simultaneous translation in Spanish and English




EMC-Mitglied SMT SCHARF nimmt ersten Elektro-Transporter im Untertagebau El Teniente in Betrieb

Mitte Oktober hat unser EMC-Mitglied SMT SCHARF den ersten Elektro-Transporter im Untertagebau El Teniente des chilenischen Kupferbergbaukonzerns Codelco in der Region O’Higgins in Betrieb genommen. In einer Höhe von mehr als 2.000 Metern wird das umgerüstete Fahrzeug, welches 100% elektrisch betrieben wird und den gesamten Dieselantrieb ersetzt, seitdem auf die Bewährungsprobe für die Bergbauindustrie gestellt. Die Betriebskosten werden hierbei voraussichtlich um 70% bis 80% sinken im Vergleich zu einem konventionellen Fahrzeug.

Das Pilotprojekt wurde in Zusammenarbeit mit der Firma Engie entwickelt, welche für die Datenüberwachung und das elektrische Aufladen des neuen Kleinlasters verantwortlich sein wird. Das Fahrzeug-Modell entspricht einem E-Cruiser und benötigt etwa zwei Stunden zum Aufladen bei einer Nennleistung von 60 kW und einer maximalen Leistung von 90 kW (entspricht 150kW Diesel). Während der nächsten zwölf Monate wird der Elektro-Transporter in Bezug auf Leistung, Widerstand und Energieverbrauch unter realen Bedingungen im Untertagebau und auf Industriestraßen im Hochgebirge getestet.

Die Inbetriebnahme des SMT SCHARF-Fahrzeugs ermöglicht die Sammlung von Betriebsdaten und ebnet den Weg für einen zukünftigen Masseneinsatz von Elektrofahrzeugen im chilenischen Bergbau. Auf diese Weise stellt das Projekt bereits jetzt ein erfolgreiches Beispiel für die deutsch-chilenische Zusammenarbeit dar, bei der technologische Fortschritte aus Deutschland Hand in Hand gehen mit dem Engagement Chiles für einen umweltfreundlicheren und CO2-neutralen Bergbau.

Das Team von Eco Mining Concepts gratuliert zu diesem großartigen Projekt!

Minera San Pedro lädt Mitglieder von Eco Mining Concepts ein, innovative Pilotprojekte in dem Bergbaubetrieb durchzuführen

Der Bergbausektor sieht sich zunehmend mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert, wie der Erschöpfung großer Lagerstätten, Wasser- und Energieknappheit sowie steigender ökologischer und sozialer Anforderungen.

Bergbauunternehmen müssen auf dem Weg zu einem nachhaltigen Bergbau eine führende Rolle einnehmen, indem sie ihre Verfahrensweisen neu gestalten und innovative Lösungen und neue Technologien in ihre Prozesse integrieren. Auf diese Weise kann die Bergbauindustrie ihre Umweltauswirkungen verringern, die Effizienz ihrer Prozesse erhöhen und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken.


Vor diesem Hintergrund lädt Andrés Guerrero – CEO in der Minera San Pedro (MSP) und Mitglied von Eco Mining Concepts – die Mitglieder des Netzwerks ein, ihre innovativen Technologien und Lösungen vorzustellen, um Pilotprojekte im Bergbaubetrieb MSP in der Gemeinde Til Til in der Metropolregion Santiago umzusetzen.

MSP hat die Vision, eine führende Rolle bei der Entwicklung und Umsetzung kleiner und mittlerer Bergbauprojekte in Chile zu übernehmen, mit einem Modell, das auf Effizienz und Nachhaltigkeit ausgerichtet ist.

Der Bergbaubetrieb MSP umfasst unter anderem ein Untertagebergbau, das nach der Methode des „sublevel stopping“ betrieben wird, eine Metallerz-Konzentrationsanlage (Flotation), ein 3-MWp-Photovoltaikprojekt und eine Anlage zur Eindickung und Filterung der Bergbaurückstände. Das Hauptprodukt des Unternehmens ist Metallerzkonzentrat, insbesondere Kupfer und Silber.

Mit seinem verhältnismäßig kleinen Umfang bietet der Bergbaubetrieb MSP eine große Flexibilität bei der Erprobung, Validierung und Implementierung neuer Technologien und Innovationen. Bereits seit 2013 führt MSP Pilotprojekte für den Bergbau durch.

Beispielsweise realisierte das Nationale Pilotierungszentrum für Bergbautechnologie (Centro Nacional de Pilotaje, CNP) im August dieses Jahres ein Pilotprojekt zur industriellen Testung einer in Chile entwickelten besonders schnellen Betonpflasterbautechnik für den Untertagebau und den dort besonderen Konditionen in Bezug auf Bewegungsfreiheit und Einsatz von Spezialmaschinen.  Die vorher angewandten Pflasterbautechniken wiesen einen Mangel an Resistenz und Schwierigkeiten bei der Anwendung im Untertagebau auf. Die neuentwickelte Lösung besteht aus widerstandsfähigen, modularen Betonplatten, deren spezifische Leistungsfähigkeit aktuell evaluiert wird. Bei diesem Produkt handelt es sich um eine chilenische Innovation, die über einen Zeitraum von eineinhalb Jahre entwickelt wurde und nun in einem der Stollen des Untertagebaus der MSP unter realen Bedingungen getestet wird.

Wenn Sie daran interessiert sind, ein Pilotprojekt in der Minera San Pedro durchzuführen und mit Andrés Guerrero in Kontakt treten möchten, wenden Sie sich bitte an:

Denise Kirschner
Project Assistant Energy, Mining & Sustainablitiy, AHK Chile
dkirschner@camchal.cl

Grüner Wasserstoff – virtuelle Entdeckungsreise nach Deutschland

Vom 28. September bis 2. Oktober nahmen mehr als 30 chilenische Unternehmen, Vertreter von Forschungsinstitutionen und Ministerien sowie Repräsentanten aus dem chilenischen Bergbau an der virtuellen Study Tour nach Deutschland zum Thema Grüner Wasserstoff teil. Die Reise wurde von der AHK Chile im Rahmen der Deutsch-Chilenischen Energiepartnerschaft organisiert.

Die Teilnehmer besuchten sieben Pilotprojekte aus unterschiedlichen Branchen, darunter das Testzentrum für Gasturbinen von Siemens, das Pilotprojekt „Verbundvorhaben Wasserstoffmobilität Nordfriesland“ von GP JOULE, den Nutzfahrzeug-Hersteller FAUN, der 2021 die ersten Müllfahrzeuge und Kehrmaschinen mit Wasserstoffantrieb in Serie produzieren wird, und ein Projekt der Salzgitter AG zur Stahlproduktion mit grünem Wasserstoff.

„Für die virtuellen Besuche haben wir deutsche Leuchtturmprojekte zum Thema Grüner Wasserstoff ins Programm aufgenommen, da dieses Thema für Chile von außerordentlichem Interesse ist. Bei den Unternehmen gab es dann nicht nur eine Präsentation, sondern auch einen virtuellen Rundgang – live per Smartphone.“

Christoph Meyer, Project Manager Energy, Mining & Sustainability AHK Chile

Aus dem chilenischen Bergbau waren neben dem Advanced Mining Technology Center auch das Technology Research Center of Antofagasta (CICITEM) vertreten sowie das Unternehmen Andres Iron und das Technologische Zentrum für Bergbauzulieferer (CET Minería) der Industriellen Vereinigung Antofagasta.

„Die Reise war interessant und innovativ und bat eine sehr gute Möglichkeit, virtuell an weit entfernte Orte zu gelangen, vor allem in Zeiten von Covid-19. Wir konnten die verschiedenen Erfahrungen, Erfolge und Herausforderungen im Rahmen der Projekte kennenlernen. Die Veranstaltung hat Perspektiven aufgezeigt und die Teilnehmer konnten sich mit den verschiedenen Technologien vertraut machen. Wir konnten feststellen, dass die Nutzung von grünem Wasserstoff als Energiequelle immer näher rückt. Das stellt für Chile – und insbesondere für unsere nördliche Region, die Atacama-Wüste – einen komparativen Vorteil dar aufgrund der Möglichkeit, den Wasserstoff mit erneuerbaren Energien selbst zu produzieren.“

Patricio Lazcano Albornoz, Executive Director CET Minería der Industriellen Vereinigung Antofagasta.

Einladung zur Teilnahme am EU-Projekt Re-Sourcing

Seit Ende 2019 ist die AHK Chile Mitglied des Konsortiums Re-sourcing, ein Projekt, das von der Europäischen Kommission im Rahmen des Programms Horizon 2020 finanziert wird und sich mit der nachhaltigen und verantwortungsvollen Rohstoffbeschaffung auseinandersetzt. Ziel des Projekts ist es, eine physische und digitale globale Plattform zu entwickeln, welche die Erarbeitung einer von allen Stakeholdern akzeptierten Definition von „Responsible Sourcing“ ermöglicht und die Umsetzung von Innovationen im Rohstoffmanagement fördert. Der Übergang Europas in eine kohlenstofffreie Zukunft muss durch eine verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung in globalen Wertschöpfungsketten begleitet werden, wenn wir eine integrative Nachhaltigkeit erreichen wollen, die niemanden zurücklässt.

Über einen Zeitraum von vier Jahren wird die Globale Plattform RE-SOURCING gemeinsam mit allen involvierten Stakeholdern auf folgende Ziele hinarbeiten:

  • Gemeinsames Lernen von innovativen Business Cases für verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung
  • Die Erstellung einer Roadmap für eine Industrie, die eine verantwortungsvolle Beschaffung von Rohstoffen für erneuerbare Energien, Elektromobilität und elektronische Geräte innerhalb der Europäischen Union berücksichtigt
  • Ein Voranschreiten in der Harmonisierung von Konzepten und die Festlegung einer globalen Definition von „Responsible Sourcing“
  • Der Aufbau einer globalen Gemeinschaft zur verantwortungsvollen Rohstoffbeschaffung, die bestehende Netzwerke und Stakeholder miteinander verbindet und ihre Basis erweitert

SCHAUEN SIE SICH DAS NEUE RE-SOURCING IMAGEVIDEO AN

Re-sourcing lädt Stakeholder ein, sich der Plattform anzuschließen

Werden Sie Teil der globalen Plafform, um Informatinen über die Entwicklungen des Projekts zu erhalten und sich aktiv zu beteiligen. Die Website des Projekts wird kontinuierlich aktualisiert und erweitert und liefert umfassende Informationen über zu Responsible Sourcing sowie konkrete Aktionspläne für den Übergang zur verantwortungsvollen Rohstoffbeschaffung.

Abonnieren Sie den Newsletter, um individuelle Einladungen zu Workshops, Konferenzen und Flagship Labs zu erhalten.

SAVE THE DATES

  • Virtueller Workshop zur Roadmap:
    “Responsable Sourcing in the renewable Energy Supply Chain – a reality or still a long way to go?” , 29. Oktober 2020, 13:30 – 17:00 Uhr (dt. Zeit)
    Weitere Informationen finden Sie HIER
  • Konferenz:
    „RE-SOURCING Opening Conference, 18-19 Januar 2021, Wien
    Weitere Informationen finden Sie HIER

PUBLIKATIONEN

  • Der Bericht „International Responsible Sourcing Agenda“ analysiert die gegenwärtige Situation im Mineralien- und Metallsektor und gibt einen Überblick über aktuelle Ansätze und Praktiken der verantwortungsvollen Rohstoffbeschaffung.
    Den kompletten Bericht können Sie HIER downloaden.
  • In dem Bericht „The RE-SOURCING Common Approach“ erfahren Sie mehr über den Gesamtansatz des Projekts in Bezug auf die verantwortungsvolle Rohstoffbschaffung, Prioritäten und Aktivitäten, Themenbereiche und Möglichkeiten für die Beteiligung von Stakeholdern.
    Den kompletten Bericht können Sie HIER downloaden.
  • Im September 2020 wurde das erste RE-SOURCING Informationsdokument „Responsible Sourcing: The Case for Business Competitiveness“ veröffentlicht. Dieser Bericht betrachtet vier Phasen der Beteiligung von Unternehmen an einer verantwortungsvollen Rohstoffbeschaffung und zeigt auf, warum das Thema ein Schlüsselfaktor für Unternehmen sein wird, um ihre Geschäfts aufrechtzuerhalten und auszubauen.
    Den kompletten Bericht können Sie HIER downloaden.

Für weitere Informationen besuchen Sie die Website des Projekts: https://re-sourcing.eu/ oder kontaktieren Sie:

Iris Wunderlich
Senior Project Manager | AHK Chile
Energy, Mining & Sustainability
iwunderlich@camchal.cl

Nachhaltigkeit verbindet: Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie ist neues EMC Mitglied

Seit April verstärkt das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) das Deutsch-Chilenische Netzwerk Eco Mining Concepts (EMC). Das Forschungsinstitut, das nun Teil des wissenschaftlichen Beirats ist, gehört zum Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf und damit zur größten Forschungsorganisation Deutschlands, der Helmholtz-Gemeinschaft.

Das knapp 150 Mann starke Institut beschäftigt sich mit der nachhaltigen Bereitstellung von mineralischen und metallhaltigen Rohstoffen. Die Entwicklung energie- und rohstoffeffizienter Technologien und Systeme geschieht hier entlang des gesamten Rohstoff-Wertschöpfungskreislaufs, umfasst also auch die Bereiche Remining und Recycling.

Nur eineinhalb Jahre nachdem das HIF 2011 als Bestandteil der nationalen Rohstoffstrategie der Bundesrepublik Deutschland etabliert worden war, wurde auch das Bergbaukompetenzzentrum der AHK Chile gegründet. „Das Bergbaukompetenzzentrum ermöglichte uns in den ersten Jahren mehrere erfolgreiche Kooperationen mit chilenischen Partnern. Jetzt wird diese Partnerschaft durch Eco Mining Concepts schließlich formalisiert und ausgebaut“, freut sich HIF-Direktor Jens Gutzmer und ergänzt: „Wir verstehen uns als einen Wegbereiter einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft und diese beginnt bekanntlich mit dem Bergbau. Hier ist Chile mit seiner Erfahrung im Großbergbau von Kupfer und seinen Nebenelementen, aber auch im Einsatz erneuerbarer Energietechnologien ein wichtiger Kooperationspartner“.

So war eines der ersten HIF-Projekte eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und von der chilenischen Industrie finanzierte Zusammenarbeit mit IM2, heute ein Teil von Codelco Tech. Ziel des Projekts war, das Ausbringen von Molybdän in Kupfererzen zu optimieren – und zwar ohne die Kupfergewinnung negativ zu beeinträchtigen. Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit der Flotation von Pyrit mit biobasierten Reagenzien. Es wird in Kooperation mit dem Chilenischen Advanced Mining Technology Center (AMTC) durchgeführt und vom BMBF und der Comisión Nacional de Investigación Científica y Tecnológica CONICYT finanziert. Beide Aspekte tragen zu einem nachhaltigen Bergbau bei: die optimalen Rohstoffgewinnung, als auch der Einsatz umweltverträglicherer Reagenzien.

Als Mitglied des Netzwerks Eco Mining Concepts setzt sich das HIF für die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen chilenischen und deutschen Firmen sowie akademischen Partnern ein. Mit der Entwicklung nachhaltiger Technologien von der Exploration bis zum Recycling einschließlich der Simulation von Prozessen kann das Institut einen wichtigen Beitrag für den chilenischen Bergbau leisten. Digitale Zwillinge beispielsweise erlauben es, Schwachstellen in der Metallproduktion zu identifizieren und mittels innovativer Technologien die Rohstoff- und Energieeffizienz zu erhöhen. Auch der Schwerpunkt Remining, also die Gewinnung von Roh- und die Immobilisierung von Schadstoffen aus Bergbauhalden, ist für Chile relevant, da hier beim Abbau von Porphyr Kupfererzen große Mengen Abraum entstehen. In dem vom HIF koordinierten Netzwerk rECOmine (https://www.recomine.net/en/) werden für solche Fälle neue Remining-Konzepte entwickelt. Diese haben die Nutzung disperser Rohstoffquellen in Kombination mit der Rehabilitation von Bergbau-Altlasten zum Ziel. Auch diese Thematik adressiert Eco Mining Concepts. Fortschritte, die durch Projekte in rECOmine erzielt werden, können in einem aktiven Bergbauland wie Chile gemeinsam weiterentwickelt und vermarktet werden.

Nachhatige Erkundung mit Drohnen © HZDR/Detlef Müller
3D-Model einer Halde. welches die unterschiedliche Verteilung der Konzentrationen von Sphalerit im Haldenkörper zeigt (links: © SAXONIAStandortentwicklung- und Verwaltungsgesellschaft mbH, 1967, rechts © HZDR)

Globaler Industriestandard für Haldenmanagement wurde veröffentlicht

Die Dammbrüche  der brasilianischen Absetzbecken Bento Rodrigues (19 Tote und eine Schlammlawine aus 40 Millionen Kubikmetern von Bergbaurückständen im Jahr 2015) und Brumadinho (259 Tote mit einer Schlammlawine von 11 Millionen Kubikmetern im Jahr 2019) verweisen auf die enorme Bedeutung der verantwortungsvollen Verwaltung dieser Lagerstätten. Die Industrie in Brasilien und in der ganzen Welt muss in der Lage sein, diese Art menschlicher Tragödien und Umweltkatastrophen zu verhindern. Die Frage ist, wie man dieses Ziel erreicht.

Im August wurde in London der erste Globale Industriestandard für Haldenmanagement veröffentlicht. Diese Initiative ist unter anderem vom ICMM (der Verband der 27 größten Bergbauunternehmen der Welt) gefördert worden, um unabhängig von den Betreiberfirmen für alle neuen und bestehenden Bergbauhalden auf der ganzen Welt (aktuell gibt es 12.000) das Ziel „Null Schaden“ für die lokale Bevölkerung und die Umwelt zu erreichen. Dieser internationale Standard legt 15 Prinzipien mit insgesamt 77 Anforderungen fest, die den gesamten Lebenszyklus einer Bergbauhalde abdecken, vom Entwurf über den Bau, den Betrieb, die Schließung sowie die Überwachung nach der Schließung. Dabei werden unterschiedlichste Aspekte geregelt, wie zum Beispiel die Anforderungen an den Entwurf, den Bau, den Betrieb, Umweltfragen, Notfallpläne und Transparenzstandards.

Ein interessanter Punkt am neuen Haldenstandard ist, dass obwohl es sich nicht um ein Gesetz handelt, die Anforderungen im Allgemeinen strikter sind, als die Verfügungen in den weltweit relevantesten Bergbaugesetzen, wie aus einem Artikel der Kanzlei White & Case LLP hervorgeht, die den Standard begleitet. Darin heißt es, dass „die Zielsetzungen des Standards im Vergleich zu den nationalen Gesetzen ein strengeres Maß anlegen, um den notwendigen Grad an Integrität, Sicherheit und Schutz der lokalen Bevölkerung im Rahmen der Entwicklung und des Managements von Bergbauhalden zu erreichen”. Damit werden also Leitlinien und Anforderungen formuliert, die über den Gesetzestext hinausgehen.

Die Unternehmen müssen also nicht nur die Gesetze erfüllen (die eine Basisanforderung definieren), sondern sie haben zusätzlichen Anforderungen zu entsprechen, die ermöglichen, langfristig Vertrauen zu schaffen. Das ist speziell in Chile von Bedeutung, wo man vor noch ungelösten Herausforderungen steht.

Aus diesem Grund ist der Industriestandard für das Haldenmanagement von großer Bedeutung für die Förderung eines nachhaltigen Bergbaus. Die Unternehmen müssen also nicht nur die Gesetze erfüllen (die eine Basisanforderung definieren), sondern sie haben zusätzlichen Anforderungen zu entsprechen, die ermöglichen, langfristig Vertrauen zu schaffen. Das ist speziell in Chile von Bedeutung, wo man vor noch ungelösten Herausforderungen steht (173 der 746 Halden in unserem Land sind aufgrund ungeklärter Rechtslagen sich selbst überlassen). Des Weiteren wird es aufgrund der langwierigen Beantragung von Genehmigungen und rechtlichen Klärungen immer schwerer, Projekte im Großbergbau umzusetzen. Dazu kommen die Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen für den Bergbau, die Umwelt und die anstehende Verfassungsreform. Somit wird es immer wichtiger, sich von internationalen Standards leiten zu lassen, die den Projekten langfristig die Nachhaltigkeit sichern und die Risiken minimieren, die durch etwaige Änderungen des nationalen rechtlichen Rahmens entstehen.

Der Haldenstandard kann also in dreierlei Hinsicht nützlich sein: Erstens für die Gestaltung staatlicher Strategien und Verbesserungen des rechtlichen Rahmens; zweitens um die Öffentlichkeit besser über relevante Aspekte des Haldenmanagements zu informieren; und drittens für die Unternehmen, die dem Staat und der Öffentlichkeit gegenüber ihre Projekte besser rechtfertigen und attraktivere Finanzierungsquellen finden können, wenn sie nachweisen, dass sie (oder inwieweit sie) die internationalen Standards erfüllen, die die Nachhaltigkeit sichern und Vertrauen und Legitimität in der Gesellschaft erzeugen.

NACHTRAG ZUM WEBINAR „Hydrogen@Mining: Best Practice Examples of Hydrogen Applications in Germany“

Am 18. August 2020 fand das Webinar Hydrogen@Mining: Best Practice Examples of Hydrogen Applications in Germany statt, welches von der AHK Chile in Zusammenarbeit mit Fraunhofer Chile organisiert wurde. Insgesamt haben sich über 500 Teilnehmer verbunden, um die best practice Anwendungen von grünem Wasserstoff aus Deutschland kennenzulernen und mehr über die Perspektiven für grünen Wasserstoff im chilenischen Bergbau zu erfahren.

Iris Wunderlich, Senior Project Manager Energy, Mining & Sustainability der AHK Chile, führte durch die einzelnen Programmpunkte, die jeweils ins Deutsche und Spanische simultan gedolmetscht wurden.

Die Bedeutung von grünem Wasserstoff in Chile und Deutschland

Dr. Christian Hellbach, deutscher Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Chile, betonte in seiner Begrüßungsrede das große Potenzial Chiles, sich mithilfe von grünem Wasserstoff als Vorreiter eines nachhaltigen Bergbaus in Lateinamerika zu positionieren. Außerdem zeigte er die strategischen Vorteile einer deutsch-chilenischen Zusammenarbeit zum Thema Wasserstoff auf, die auf komplementären Interessen beider Länder bauen.


Prof. Dr. Mario Ragwitz von der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG stellte anschließend die Wasserstoffstrategie Deutschlands und Europas vor. Darüber hinaus verdeutlichte er die previligierte Stellung Chiles für die Produktion von grünem Wasserstoff im weltweiten Vergleich und nannte wesentliche Komponenten für die erfolgreiche Einführung einer Wasserstoffwirtschaft in Chile.


Jeanette von Wolfersdorff, Mitglied des Kommitees zur Erarbeitung der Wasserstoffstrategie in Chile, appellierte zu einem Umdenken in der Wirtschaft im Kontext von Covid-19, wachsender Ungleichheit und des Klimawandels. Grüner Wasserstoff präsentiere in diesem Zusammenhang eine einzigartige Chance für Chile, um den Weg hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise zu beschreiten. Es sei wichtig, dass die Bergbauindustrie und Unternehmen im Allgemeinen ihre bedeutende Rolle als impulsgebende Akteure in diesem Prozess verstärkt wahrnehmen.

Best Practice H2-Anwendungen aus Deutschland

Johannes Brock, Sales Representative bei GP GOULE, präsentierte das Pilotprojekt “eFarm”, das bisher größte grüne Wasserstoff-Mobilitätsprojekt Deutschlands.

Simon Kroop, Fachingenieur Ressourceneffizienz, stellte das Projekt zur wasserstoffbasierten Stahlproduktion mit eigener Elektrolyseanlage in Salzgitter vor.

Ulf Gehrckens, Senior Vice President Corporte Energy & Climate Affairs, teilte seine Vision von grünem Wasserstoff im Kupferproduktionsprozess und nannte die derzeit mangelnde Wettbewerbsfähigkeit von grünem Wasserstoff als die größte Herausforderung für dessen Etablierung.



Die Veranstaltung schloss mit einem Diskussionspanel ab. Annika Schüttler, Project Leader Energy & Sustainability der AHK Chile, erörterte gemeinsam mit drei chilenischen Experten die Perspektiven für grünen Wasserstoff in Chile. Die Experten waren sich einig, dass die Bergbauindustrie von dem Gebrauch von H2 in ihren Prozessen profitieren würde und hierdurch eine wesentliche Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen bewirken könnte. Es wurde auf zwei Konsortien hingewiesen, die derzeit Pilotprojekte für den Einsatz von grünem Wasserstoff in Bergbau-LKWs entwickeln. Die chilenische Behörde für Wirtschaftsförderung (CORFO) unterstütze ihrerseits seit 2018 verstärkt die Wasserstoffindustrie in den Bereichen Innovation, Unternehmensförderung und Wettbewerbsfähigkeit, berichtete Andrea Mohr. Anschließend an Letzteres betonte José Galindo, CEO bei Alset, den Bedarf an einer staatlichen Förderstruktur, um die Nachfrage nach Wasserstoff zu stärken und hierdurch den Markt anzukurbeln. Andrés Guerrero, CEO des Bergbauunternehmens San Pedro, wies seinerseits auf die Relevanz eines Paradigmenwechsels hin und unterstrich die Rolle der Bergbauunternehmen und ihre Bereitschaft, Prozesse neu zu gestalten.

Organisiert von:

Unterstützt durch:

DMT STINGS – Technologien für eine integrierte Überwachung von Tailings im Bergbau

Die Unterstützung eines nachhaltigen und umweltfreundlichen Abbaus von Rohstoffen ist eine Kernaktivität der DMT-Gruppe.
Ein Beispiel für einen aktuellen Entwicklungsschwerpunkt zur Nachhaltigkeitssteigerung und sich daraus entwickelnde Serviceleistung ist das Innovationsprojekt STINGS, ein von EIT Raw Materials gefördertes Vorhaben zur Entwicklung eines Monitoringsystems zur effektiven und kosteneffizienten Überwachung von Tailings im Bergbau. Eine Hauptregion für die Systementwicklung innerhalb des Projekts ist Südamerika mit lokalen Partnern und Testgebieten in Chile. Das Land wurde als globaler Spitzenreiter bei der Produktion von Kupfer und als Land mit den größten Reserven an Lithium, beides Kernkomponenten für die Elektrifizierung der Transportsysteme, und aufgrund der dort aktiven innovationsgetriebenen Bergbauunternehmen und Behörden sowie derzeit in Summe mehr als 700 vorhandenen Tailings, speziell ausgewählt.

STINGS hat sich zum Ziel gesetzt, die Sicherheit im Zusammenhang mit dem Betrieb der Tailings zu erhöhen und den involvierten Bergbaubetreibern, den Behörden, den Bürgern und allen Beteiligten eine erweiterte Überwachung zur Identifizierung von Betriebsauswirkungen und Umweltrisiken zu bieten. 

STINGS ermöglicht die Integration von verschiedensten Systemen für die Überwachung von Tailings, ob bodengebundene Sensorik, satellitengestützter Fernerkundung oder Modellrechnungen in einem gemeinsamen Datenmanagement- und Analysewerkzeug.

„Hauptziel des Projektes ist es, die anwendungsreifen Technologien für den Einsatz im Bergbau zu optimieren und zu einem marktreifen Service zusammenzuführen.“

Dr.-Ing. Karsten Zimmermann, Projektleiter STINGS.

Von besonderer Bedeutung ist hier die satellitengestütze Radarinterferometrie, um die an Tailings auftretende Oberflächendeformation zu erfassen und zu überwachen. Hierbei ist eine großflächige Überwachung ganzer Landesteile kostengünstig möglich, was insbesondere für die Überwachung der örtlich verteilten stillgelegen Tailings in Chile interessant ist. Darüber hinaus werden Methoden zur Identifizierung von Bodenfeuchteänderungen untersucht, die zur Detektion von Flüssigkeitsaustritten aus den Absetzbecken eingesetzt werden.

Die In-situ-Sensorentwicklung zur Erkennung von Bewegungen und Instabilitäten an den Absetzanlagen ist eine weitere Hauptaufgabe von STINGS. Hier liegt der Schwerpunkt innerhalb des Projekts auf der Entwicklung und Einbindung kostengünstiger Geräte mit autarker Stromversorgung und Kommunikationstechnologie zur automatisierten Sensordatenübertragung.

Projektpartner: DMT, EFTAS,  PUCV (Chile), OVIDIUS (Rumänien), TU Bergakademie Freiberg, Universität Stuttgart, GeoZS (Slowenien), LTU Business (Schweden)


Die DMT-Gruppe bietet in internationalem Umfeld unabhängige Dienstleistungen in den vier Hauptbereichen Exploration, Engineering, Consulting und Geotechnik an. Darüber hinaus stellt sie Lösungen für die industrielle Mess- und Prüftechnik mit den Schwerpunkten Rohstoffe, Sicherheit und Infrastruktur bereit.

Sie nutzt die Möglichkeiten der Digitalisierung, um Prozesse für Kunden zu verbessern, innovative Produkte und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. DMT ist Partner in der internationalen Forschung und Entwicklung und trägt so zum Fortschritt in der Technik bei.

Mit weitreichenden Services und Innovationsprojekten in den Bereichen der Rohstoffzertifizierung, Elektromobilität, Smart-Mining, Wassermanagement und zahlreichen Themen im Bereich der erneuerbaren Energien unterstützt die DMT auch umfassend die Ziele von Eco Mining Concepts in Chile. EMC ist für DMT eine wertvolle Plattform um in intensiven Austausch mit dem Chilenischen Bergbau- und Industriesektor zu treten und sich als Provider für effiziente und umweltfreundliche Industrie in Chile, einem Wachstumsmarkt zur Unterstützung zukunftsträchtige Technologien wie z.B. der Elektromobilität, einzubringen.



*Von Unternehmen eingereichte Beiträge liegen in deren alleiniger Verantwortung und spiegeln nicht unbedingt die Position der AHK Chile wider.

Virtuelles Forum Hydrogen @ Mining: Best Practice Examples of Hydrogen Applications in Germany

Die Deutsch-Chilenische Industrie- und Handelskammer und Fraunhofer Chile laden Sie zum virtuellen Forum Hydrogen @ Mining: Best Practice Examples of Hydrogen Applications in Germany ein. Die Veranstaltung findet am Dienstag, den 18. August 2020, in Form eines Webinars über die Plattform ZOOM statt.

Die Aktivität wird im Rahmen des Projekts Eco Mining Concepts organisiert, ein deutsch-chilenisches Netzwerk für nachhaltige Rohstoffgewinnung, welches vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird.

Die Veranstaltung wird in Deutsch und Spanisch simultan gedolmetscht.

FÜR DIE TEILNAHME AM WEBINAR REGISTRIEREN SIE SICH HIER




PROGRAMM

  • Es werden Best Practice Anwendungen von grünem Wasserstoff in Deutschland vorgestellt, die für den Bergbausektor von Relevanz sind.
  • Die Wasserstoffstrategien aus Deutschland und Europa werden präsentiert und Potenziale für eine Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Chile im Bereich Wasserstoff aufgezeigt.
  • Die Perspektiven für grünen Wasserstoff im chilenischen Bergbau werden gemeinsam mit chilenischen Experten diskutiert.
Programmentwurf
Begrüssungsworte und Einführung
Zeitangaben nach deutscher Zeitzone
15:00-15:05
Begrüßungsworte
Iris Wunderlich
Senior Project Manager Energy, Mining & Sustainability | CAMCHAL
15:05-15:15Begrüßungsworte
Dr. Christian Hellbach
Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Chile
15:15-15:30Wasserstoffstrategie Deutschland und Europa
Prof. Mario Ragwitz
Sprecher Fraunhofer-Wasserstoff-Netzwerk | Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG)
15:35-15:45Grüner Wasserstoff und seine Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung Chiles
Jeanette von Wolfersdorff
Mitglied des Beratungskomitees zur Erarbeitung der Nationalen Wasserstoffstrategie Chile
Best Practice Beispiele aus Deutschland
15:45-16:00Best practice aus dem Transport
Johannes Brock
Sales Representative | GP JOULE
16:05-16:20Best practice aus der Stahlindustrie
Simon Kroop
Fachingenieur Ressourceneffizienz | Salzgitter AG
16:25-16:40Vision grüner Wasserstoff im Kupferproduktionsprozess
Ulf Gehrckens
Senior Vice President | Corporate Energy & Climate Affairs
Aurubis AG
16:45-17:05Diskussionspanel mit chilenischen Experten
– Andrea Mohr | CORFO (chilenische Agentur für Wirtschaftsförderung)
– José Ignacio Galindo | Alset (Mobilitätslösungen auf Wasserstoffbasis)
– Andrés Guerrero Marco | Minera San Pedro (Bergbauunternehmen)
17:05Abschluss

PROJEKTE

Wasserstoffbasierte Stahlproduktion in Salzgitter

Die Salzgitter AG ist ein europaweit führender Stahl- und Technologiekonzern und zählt heutzutage zu den effizientesten Stahlherstellern weltweit. Gleichzeitig ist der Konzern Vorreiter in der wasserstoffbasierten Stahlproduktion. Bereits heute spielt Wasserstoff bei Glühprozessen eine qualitätssteigernde Rolle. Während dieser bisher noch geliefert wurde, soll der gesamte Wasserstoffbedarf zukünftig mittels einer 2,2 Megawatt-PEM-Elektrolyse von Siemens selbst erzeugt werden. Bei Volllast soll die Anlage bis zu 400 Nm³ grünen Wasserstoff produzieren. Der hierfür benötigte Strom wird aus sieben Windkraftanlagen mit einer Leistung von 30 MW gewonnen. Das Projekt stellt hiermit die Weichen für eine CO2-arme, klimafreundlichere Stahlherstellung. Die Elektrolyseanlage soll Ende 2020 in Betrieb gehen, eine Testanlage ist bereits im Einsatz.

„eFarm“ – Das größte grüne  H2- Mobilitätsprojekt in Deutschland

Mit dem Pilotprojekt “eFarm” hat GP JOULE in Schleswig Holstein das bisher größte grüne Wasserstoff-Mobilitätsprojekt Deutschlands ins Leben gerufen und eine Infrastruktur errichtet, die von der Erzeugung über die Verarbeitung bis zur Flottennutzung reicht. Das Projekt produziert und liefert 100 Prozent grünen Wasserstoff für die Mobilität und präsentiert einen Ansatz für regionale Sektorenkopplung. Das eFarm-Projekt umfasst:

  • Fünf Wasserstoffproduktionsstandorte (1,125 MW Gesamtleistung) an Windparks
  • Zwei Wasserstoff-Tankstellen
  • Zwei Brennstoffzellenbusse für den Linienbusverkehr
  • Dreißig Brennstoffzellen-PKWs

Organisiert von:



Unterstützt durch: