Deutsche Unternehmen sehen großes Potenzial für grünen Wasserstoff im chilenischen Bergbausektor

Die Vorteile von grünem Wasserstoff werden nicht nur in Deutschland als wichtig für die Zukunft eingeschätzt, sondern dem Thema wird auch in Chile immer mehr Aufmerksamkeit gewidmet.
Eine von der AHK Chile organisierte deutsche Delegation von Wasserstoffunternehmen im März 2020 analysierte die wirtschaftlichen und industriellen Vorteile von grünem Wasserstoff und nutzte die Gelegenheit für wichtige Ankündigungen aus dem öffentlichen und privaten Sektor, um die Forschung und Anwendungen dieses Energieträgers zu intensivieren, wovon beide Länder profitieren. Was den privaten Sektor betrifft, so gab Siemens die Entscheidung des deutschen Unternehmens bekannt, sein neues lateinamerikanisches Energie-HUB in Chile, speziell in der Stadt Santiago, zu installieren.

Während des virtuellen „Chilenisch-Deutschen Forums für Technologien für die Wasserstoffwirtschaft“ der AHK Chile bewertete der Energieminister Juan Carlos Jobet den Fall Chiles, wobei er das Potential im Land für die Produktion und damit auch den Export von grünem Wasserstoff hervorhob:

„Wie Sie wissen, wird Wasserstoff seit vielen Jahren durch Elektrolyse hergestellt, aber die Möglichkeit, dies mit erneuerbaren Energien zu tun, bedeutet, dass wir schrittweise zu Produktionsprozessen übergehen können, die keine CO2-Emissionen erzeugen“, sagte er.

GRÜNER WASSERSTOFF IM BERGBAU

Nach einem Treffen mit chilenischen Unternehmen aus verschiedenen Bereichen hoben die Vertreter der deutschen Unternehmen das Potenzial von grünem Wasserstoff in Chile, insbesondere für den Bergbau, hervor. José Romero, Business Development Manager von ReiCat, einem Unternehmen, das Lösungen für die Gasreinigung anbietet, ist der Ansicht, dass:

„Chile über die größte Flotte von Bergbau-Lkw der Welt verfügt, so dass das Potenzial enorm ist, aber auch die damit verbundenen Herausforderungen. Auf der anderen Seite kann grüner Wasserstoff über die Bergbau-Lkw-Flotte hinaus eine Lösung für viele andere Bereiche der Bergbauaktivitäten sein“.

Es gibt daher auch noch Hürden bei der Anwendung von grünem Wasserstoff im chilenischen Bergbau. Thomas Schulthess, Leiter des Bereichs Business Development der deutschen Firma Sowitec, einem Entwickler von Projekten für grüne Wasserstoffproduktionsanlagen, sieht die Hauptlücke für die Wasserstoffnutzung in der kostengünstigen Speicherung und den Kosten von Brennstoffzellen.

Seitens der chilenischen Bergbauindustrie betonte Vicente Olguin, Ingenieur für technologische Innovation bei Minera Los Pelambres, dass auch Barrieren bezüglich Sicherheit und Vorschriften bewältigt werden müssen:

„Ich glaube, dass die Risikohürde, die mit den hohen Investitionen verbunden ist, die grüne Wasserstoffproduktionsprojekte und die Ausrüstung für ihre Nutzung erfordern, überwunden werden muss“.

Thomas Schulthess weist auch auf ein weiteres Potenzial für die Produktion von grünem Wasserstoff in der Nähe von Abbaustätten hin:

„Neben dem Wasserstoff für die Lastwagen kann der während des Elektrolyseprozesses erzeugte Sauerstoff doppelt so viel genutzt werden wie der Wasserstoff selbst. Dieser Sauerstoff könnte z.B. in der Kupferhütte verwendet werden“.

All dies zeigt, dass die binationale Zusammenarbeit ein großes Potenzial an Synergien bieten kann, um Barrieren im Bereich des grünen Wasserstoffs zu überwinden. Deutschland verfügt über ein großes Know-how in relevanten Bereichen der grünen Wasserstofferzeugung und -verarbeitung. Auf der anderen Seite hat Chile begünstigende Bedingungen für Wasserstoff, sowohl in Bezug auf seine Produktion, den Export als auch die lokale Nutzung.