„Eco Mining Concepts ist ein Kooperationsnetzwerk, welches uns ermöglicht, unsere Fähigkeiten und Erfahrungen mit deutschen Technologien zu integrieren”

Das Jahr begann mit der Registrierung der ersten Mitglieder unseres neuen Netzwerks Eco Mining Concepts. Hier stellen wir Ihnen die ersten Mitglieder vor. Raúl Gúzman von JHG Ingeniería, Luis César González von RepairCo und Hugo Enriquez von Hager + Elsässer sprachen mit uns über Eco Mining Concepts, die Nachhaltigkeitsherausforderungen des chilenischen Bergbaus und die Rolle, die Deutschland auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Bergbau spielen kann.

Was war Ihre Motivation, Mitglied bei Eco Mining Concepts zu werden?

Luis González, RepairCo: Zweifellos war es die Möglichkeit Innovationsströmungen kennenzulernen, die in Deutschland in so spezifischen Themen wie Effizienz (Energie und Wasser), Smart Mining und Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette auf der Grundlage von Standards beschrieben werden und sich daran zu beteiligen. Es geht uns aber auch darum, unsere Erfahrungen auf dem Gebiet der Wartungs-, Wiederaufarbeitungs- und Automatisierungsaktivitäten in Fluidtransportsystemen einzubringen.

Raúl Gúzman, JHG: Bei JHG sind wir davon überzeugt, dass der chilenische Bergbau in der Nachhaltigkeit seiner Aktivitäten vorankommen muss. Eco Mining Concepts ist ein Kooperationsnetzwerk, das es uns ermöglicht, unsere Fähigkeiten und Erfahrungen mit deutschen Technologien zu integrieren und so unseren Wertbeitrag zum Bergbau zu bereichern.

Hugo Enriquez, H+E: Hager Elsässer ist ein Unternehmen mit mehr als 100 Jahren Erfahrung in der Wasserwirtschaft, dessen Ziel seit seiner Gründung die Behandlung und Rückgewinnung von Industrieabwässern ist. Die Bergbauindustrie hat eine große Chance, zu einer nachhaltigen Industrie aufzusteigen und eine ihrer großen Herausforderungen ist die effiziente und nachhaltige Nutzung von Wasser.

Wo sehen Sie die größte Herausforderung und das größte Potenzial für den Übergang zu einem nachhaltigeren Bergbau?

Raúl Gúzman: Das größte Potenzial sehen wir in der Optimierung der Produktionsprozesse, sowohl durch neue Technologien als auch durch die Reduzierung der betrieblichen Variabilität. Die größte Herausforderung betrifft die kulturellen Aspekte der neuen Generationen, wie hohe Fluktuation, weniger Engagement, geringes Zugehörigkeitsgefühl und dergleichen. Die Herausforderung besteht darin, die Bergbauarbeiter von morgen schon heute mit Hilfe von Innovationsressourcen und -technologien zu begeistern.

Hugo Enriquez: Die großen Herausforderungen liegen in der Rückgewinnung von Abwasser, dazu gehört auch die Rückgewinnung von Wertstoffen (Cu, Mo, SO4, Ni, Ge, Co) im Wasseraufbereitungsprozess und der effiziente Betrieb bei der Nutzung von Prozesswasser in der Bergbauindustrie.

Herr Gúzman, JHG Ingeniería ist ein Unternehmen mit langjähriger Erfahrung im Bergbau. Was ist die größte Veränderung, die Sie in den letzten Jahren in Sachen Nachhaltigkeit beobachten konnten?

Raúl Gúzman: Die auffälligste Veränderung hängt mit der Überzeugung des Top-Managements der Unternehmen zusammen, dass Nachhaltigkeit ein Schlüsselfaktor der Prozesse und Operationen im Bergbaugeschäft ist. Unternehmen müssen sich eine „Social License to Operate“ erarbeiten, die Umweltaspekte und die Beziehung zu anliegenden Gemeinden und Interessensgruppen umfasst.

Und wie tragen Ihre Unternehmen zu diesem Wandel bei?

Luis González: Heute liegt der Schwerpunkt unserer Entwicklung für die nächsten drei Jahre auf der vorausschauenden Fernwartung, der Betriebsoptimierung und der Energieeffizienz, um mit der Unterstützung strategischer Partner skalierbare Produkte und Dienstleistungen für die Region zu generieren.

Raúl Gúzman: Bei JHG haben wir unser Leben (mehr als 30 Jahre) der energetischen Optimierung von Prozessen sowohl aus technologischer Sicht als auch durch die Entwicklung von Human Resources gewidmet. Das hat uns bestätigt, dass ein angemessenes Wissensmanagement ein wirksames Instrument ist, um die Wertschöpfung der Mitarbeiter in ihrem Unternehmen zu fördern und langfristig zu projizieren.

Hugo Enriquez: Mit mehr als 30.000 Anlagen weltweit sind wir in der Lage, ganzheitliche Lösungen für die verschiedenen Wasserprozesse zu liefern. Wir analysieren die Anforderungen, bestimmen den effizientesten Behandlungsprozess, entwerfen, fertigen, installieren und betreiben Wasseraufbereitungsanlagen.

Welche Rolle kann Deutschland bei der Lösung dieser Herausforderung spielen?

Luis González: Deutschland spielt seit Jahren eine grundlegende Rolle bei der Einführung neuer Technologien in der chilenischen Industrie und sein Beitrag wird entscheidend dazu beitragen, dass Industrie 4.0 in unsere Produktionsprozesse integriert wird.

Basierend auf einer lokaleren Vision glauben wir, dass es interessant wäre, eine stärkere Integration von Wissen und Möglichkeiten mit Dienstleistungsunternehmen in Chile zu erreichen. Das Ziel: Neue Lösungen bei Produkten und Dienstleistungen zu fördern, die an die Anforderungen des Bergbaus in Chile angepasst sind.

Herr Enriquez, als Vertreter von H+E, einem deutschen Unternehmen in Chile: Was raten Sie den Anbietern von Green Technology in Deutschland, die in den chilenischen Markt expandieren wollen?

Hugo Enriquez: Deutsche Unternehmen müssen ihre Produkte und Dienstleistungen an die chilenische Realität anpassen. Sie müssen analysieren, was die tatsächlichen Anforderungen der lokalen und südamerikanischen Bergbauindustrie sind. Die Aufteilung der Prozesse zwischen Deutschland und Chile kann bestimmt werden und ob die Produkte in Deutschland entwickelt und nach Chile gebracht werden können, oder ob eine Produktionskapazität vor Ort aufgebaut werden muss.

Herr González, RepairCo unterhält bereits Geschäftsbeziehungen zu Deutschland. Was sind die wichtigsten Merkmale, die Sie bei einem Lieferanten und/oder Partner suchen?

Luis González: Was wir von einem Lieferanten/Partner erwarten, ist ein hoher Grad an Integration, offene Protokolle und die Anpassungsfähigkeit seiner Produkte, zum Beispiel in Bezug auf die Schutzniveaus (IP / NEMA) für den Einsatz im Bergbau, die Fähigkeit, Energie aus verschiedenen Quellen zu gewinnen und zu speichern (auf der Ebene von Sensor und Gateway), auf Plattformebene Interoperabilität und den Grad der Virtualisierung. Wichtig ist uns auch die Bereitschaft bereits in der industriellen Pilotphase über Chancen, Risiken und Nutzen zu sprechen. Das heißt, bevor das Produkt in die Kommerzialisierung und Anwendung übergeht.