EMC-Panel „Sustainability of the Mining Process: An industry-wide Challenge“

„Will you be able to sell your product in the future if it is not sustainable?“

Diese Frage warf Martin Scheuerer von Protarget in unsere EMC-Diskussionsrunde vom 5. September und traf die Sache damit auf den Punkt. Die Bedeutung von Nachhaltigkeit nimmt nicht nur industrieübergreifend, sondern auch besonders im Rohstoffsektor zu und kann sich zum Wettbewerbsvorteil für Unternehmen entwickeln. Tendenzen sind weltweit sichtbar: Lieferketten werden hinterfragt, immer mehr junge Leute fordern sofortiges Handeln gegen den Klimawandel, und auch die nächste UN-Klimakonferenz COP25 in Santiago de Chile rückt immer näher.

Passend war daher das Motto des diesjährigen Kongresses des chilenischen Unternehmens Gecamin: „Sustainable Mining“. Das dreitägige Event fand vom 4. bis 6. September in Santiago de Chile stattfand, bot Raum für zahlreiche Vorträge und Diskussionen zum Thema und vereinte Teilnehmende aus der Wissenschaft, aus Unternehmen sowie Vertretende großer Bergbauakteure aus Chile und aus der ganzen Welt. Eco Mining Concepts war Teil dieses Kongresses, in Form einer Diskussionsrunde zum Thema „Sustainability of the Mining Process: An Industry-wide Challenge“.

Für neue, nachhaltige Technologien steigt der Bedarf an Rohstoffen wie beispielswiese Kupfer und Lithium. So rücken auch die Herstellungsprozesse dieser Rohstoffe vermehrt in Fokus. Chile ist nicht nur der größte Kupferproduzent weltweit, sondern auch ein Global Player im Lithiumsektor. Daher war es besonders interessant, Vertretende zwei großer Kupferproduzenten und eines der beiden Hauptproduzenten für Lithium in Chile mit zwei unserer deutschen EMC-Mitgliedern an einen Tisch zu bringen. Das Diskussions-Quintett debattierte unter anderem über die Rolle von Ressourceneffizienz und erneuerbare Energien. Die Kupferproduzenten Collahuasi und Codelco wurden durch Paula Quinchel und Renato Fernández vertreten. Für das chilenische Lithiumunternehmen SQM sprach Alejandro Bucher. Eine deutsche Sichtweise vermittelten Johannes Gediga von Thinkstep und Martin Scheuerer von ProTarget. Alejandra Wood von Cesco moderierte das Diskussionspanel.

Thinkstep ist ein Beratungsunternehmen für Nachhaltigkeitsfragen aus Stuttgart. Johannes Gediga, Experte im Thema Kreislaufwirtschaft, betonte im Gespräch beispielsweise die Notwendigkeit, Daten durch technische Experten zu überprüfen, um sicherzustellen, ob Prozesse auch realitätsgetreu abgebildet werden. ProTarget ist ein Unternehmen aus Köln, welches auf die Entwicklung, Herstellung und auf den Bau von solarthermischen Kraftwerken spezialisiert ist. Martin Scheuerer ging unter anderem der Frage nach, welche Rolle erneuerbare Energien für mehr Nachhaltigkeit spielen. So hob er hervor, dass Prozesse mit Hilfe von erneuerbaren Energien nicht nur effizienter, sondern auch kostengünstiger gestaltet werden können. Gleichzeitig räumte er aber die Schwierigkeit ein, erneuerbare Energien zu implementieren, wenn konventionelle Alternativen günstiger sind.

Renato Fernández, Vizepräsident im Beriech Corporate Affairs und Sustainability von Codelco, resümierte: „Es bedarf eines industrieweiten Konsensus, um in Sachen Nachhaltigkeit voranzuschreiten. Denn negative Ereignisse beeinflussen nicht nur einzelne Akteure, sondern die gesamte Industrie“. Der Gecamin-Kongress machte deutlich, dass die Rohstoffbranche nicht nur in Chile, sondern weltweit vor neuen Herausforderungen steht, aber sich auch gleichzeitig viele neue Chancen entwickeln.